Interne Studien zeigen: Schweizer Zivilschutz nicht auf Atomwaffenexplosion vorbeitet

Die Schweiz nimmt an der von der Norwegischen Regierung einberufenen internationalen Regierungskonferenz zu den humanitären Auswirkungen von Kernwaffen teil, zusammen mit 126 anderen Staaten. Sie präsentiert die Ergebnisse von internen Untersuchungen, die zeigen, dass in Folge einer Explosion einer 20kT-Bombe im Zentrum von Bern, Zehntausende von Menschen innerhalb eines Tages sterben würden. Sogar die Explosion einer relativ kleinen Bombe (1kT) in einer dichtbesiedelten Stadt, wie Zürich oder Genf, würde zwischen 3000 und 10’000 Menschen unmittelbar töten, und über weite Entfernung noch viel mehr Opfer fordern. Auch eine Explosion in einem Nachbarland hätte gravierende Auswirkungen auf die Schweiz.

…our own scenarios that our experts have calculated clearly confirm that the detonation of a nuclear device – even a small nuclear device – would have unacceptable and potentially catastrophic humanitarian consequences. (Statement by Ambassador Benno Laggner, Head of the Division for Security Policy and Ambassador for Nuclear Disarmament and Non-Proliferation, Federal Department of Foreign Affairs, Switzerland, Oslo, 4 March 2013.)

Für die Schweiz ist klar, dass zivile, kantonale und Bundesstellen auf ein grösseres nukleares Ereignis nicht vorbereitet sind, und dass auch militärische Kräfte mit einem solchen Notfall überfordert wären. Besonders die Versorgung von Patienten mit schweren Verbrennungen wäre nicht gewährleistet, da die Schweiz nur über eine kleine Zahl an auf Brandwunden spezialisierte Kliniken verfügt. Die Schweiz strich in Oslo auch heraus, dass Luftschutzkeller zwar Leben retten können, aber keine adequate Antwort auf die katastrophalen Auswirkungen von Atomwaffen darstellen. Wie, zum Beispiel, könnte die Bevölkerung in Luftschutzkellern medizinisch versorgt werden?

we are under no illusion that we would be overwhelmed by the response required in the event of a nuclear explosion. Its effect would go far beyond what we are prepared for. And such a crisis would last much longer than any response we would be able to deliver. (Statement by Ambassador Benno Laggner, Head of the Division for Security Policy and Ambassador for Nuclear Disarmament and Non-Proliferation, Federal Department of Foreign Affairs, Switzerland, Oslo, 5 March 2013.)

 

Anbetrachts der existentiellen Bedrohung die eine Nuklearwaffenexplosion für die Schweiz darstellt, der Einsicht, dass kein Land auf eine solche Katastrophe vorbereitet ist, und dass nationale und internationale humanitäre Hilfe nicht gewährt werden könnte, sprach sich die Schweiz in Oslo klar dafür aus, dass eine zusätzliche internationale Übereinkunft nötig sei um Atomwaffen zu verbieten.

An additional international instrument is needed to prohibit nuclear weapons. (Statement by Ambassador Benno Laggner, Head of the Division for Security Policy and Ambassador for Nuclear Disarmament and Non-Proliferation, Federal Department of Foreign Affairs, Switzerland, Oslo, 5 March 2013.)

 

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