ICAN verurteilt Nordkoreas neuesten Nuklearwaffentest aufs Schärfste

Nordkorea bestätigte heute, seinen bis dato stärksten Atomwaffentest mit einer Sprengkraft von 10 Kilotonnen  durchgeführt zu haben. Der Test löste ein Erdbeben der Stärke 5.3 auf der Richterskala aus. Die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) – eine weltweite Koalition von zivilgesellschaftlichen Organisationen in fast 100 Staaten – verurteilt diesen fahrlässigen und destabilisierenden Test, welcher der wachsenden internationalen Unterstützung für einen Verbotsvertrag von Nuklearwaffen zuwider läuft.

ICAN fordert Nordkorea sowie alle anderen Atomwaffenstaaten auf, das Aufstocken ihrer Nuklearwaffenarsenale unverzüglich einzustellen und in gutem Glauben Verhandlungen über nukleare Abrüstung zu führen, wie es das Völkerrecht verlangt,

so Beatrice Fihn, Direktorin von ICAN.

Wir rufen die internationale Staatengemeinschaft als Ganzes dazu auf, den Einsatz, die Herstellung, das Testen sowie die Lagerung von Atomwaffen zu verbieten, wie sie auch biologische und chemische Waffen und Antipersonenminen und Streumunition verboten hat.

 

Seit dem Beginn des nuklearen Zeitalters in 1945 wurden weltweit über 2000 Atomwaffentests durchgeführt, mit verheerenden Konsequenzen für Gesundheit und Umwelt. Nordkorea ist zwar der einzige Staat, der im 21. Jahrhundert noch solche Atomwaffentests durchführt, aber die USA, Russland und China führen noch immer nichtexplosive Tests durch zur Weiterentwicklung ihrer nuklearen Kapazitäten. ICAN spricht sich mit Nachdruck gegen alle Arten von Atomwaffentests aus.

Ein Atomwaffenverbotsvertrag, auch wenn nicht von Beginn an von allen Staaten unterstützt, würde die internationale Norm gegen Atomwaffen deutlich stärken. Die internationalen Staatengemeinschaft würde mit einem  solchern Vertrag deutlich zum Ausdruck bringen, dass Nuklearwaffen nicht nur in Nordkoreas Händen, sondern für alle Staaten inakzeptabel sind. Wir können die Proliferation von Nuklearwaffen nicht effektiv unterbinden, solange wir nicht ernsthafte Maßnahmen für die Abschaffung von existierenden Nuklearwaffenbeständen setzen,

so Fihn.

Weltweit gibt es heute noch über 15.000 Atomwaffen, und alle neun nuklear bewaffneten Staaten investieren derzeit massivst in den Ausbau ihrer Arsenale. Wie Nordkorea verfolgen somit auch andere Staaten ihre Atomwaffenprogramme weiter, meist fernab von Medieninteresse und ohne dass sie dafür verurteilt würden.

Im vergangenen August gab in Genf eine UN-Arbeitsgruppe die Empfehlung ab, im Jahr 2017, Verhandlungen über ein “rechtlich bindendes Instrument zum Verbot von Nuklearwaffen” einzuberufen.

Wir fordern alle Staaten auf, bei der kommenden UNO-Generalversammlung im Oktober in New York diese Empfehlung zu unterstützen. Es ist höchste Zeit, dass die internationale Staatengemeinschaft diese schlimmste aller Massenvernichtungswaffen verbietet. Der heute von Nordkorea durchgeführte Test sollte ein Weckruf sein – er zeugt von der alarmierenden Unbeständigkeit einer Welt, die bis auf die Zähne nuklear bewaffnet ist. Wir müssen diese Waffen unmissverständlich ablehnen.

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